Aus dem Leben eines Schafes

Aufgewachsen ist es auf einer großen Weide in der großen Schafherde eines Schäfers, der auch Wolle und Fleisch produzierte. Nun lebt die Schafdame in einer kleinen Herde mit drei anderen Schafen bei vegan lebenden, tierfreundlichen und respektvollen Menschen. Die Schafe haben viel Platz im großen Garten und durch die Nähe zu den Menschen und anderen im Haushalt lebenden Tieren gehören sie mit zur Familie.

Der Kontakt zu diesem Schaf ist etwas ganz besonderes. Sie strahlt eine unglaublich beruhigende und entspannende Energie aus. Wenn man mit ihr Kontakt aufnimmt, fühlt man sich angekommen im Hier und Jetzt. Sie strahlt reine Liebe aus und berührt damit tief im Herzen einen fast vergessenen Punkt. Wir betreten die Welt der Schafe und spüren gleich, wie wunderbar diese Welt, das Wesen und das Leben der Schafe ist, voller Ruhe, Frieden und Harmonie.

 

Wie verbringst Du Deine Tage und Nächte?

Ich bin mit den anderen Schafen auf der Wiese und der Himmel überspannt uns. Wir leben im Fluss des Lebens und der Zeiten, lassen uns treiben. Das was dran ist, ist dran. Darüber mache ich mir keine Gedanken, ich lebe einfach. Wir können uns in Einzelheiten verlieren, völlig darin aufgehen und so gestaltet sich der Tag. Wir fressen ständig und viel, nehmen dabei aber nicht nur Nährstoffe auf, sondern auch die Energie der Erde, der Sonne, des Windes und des Regens. Auf den ersten Blick mag es nur Gras sein, auf den zweiten Blick ist es soviel mehr an Kostbarkeiten.

Sie lebt von einem Moment zum anderen, immer im Hier und Jetzt, voller Bewusstsein für das Leben und die Wunder. Sie verliert sich in den Dingen, weil sie viel mehr darin sieht. Sie hat ein ganz anders Zeitgefühl als wir Menschen. Dadurch vermag sie nicht zu sagen, was ein Tag so ausmacht. Auch die Qualität des Schlafes hat eine andere Dimension. Es gleicht eher einem Eintauchen in tiefe Meditation. Wenn es dunkel ist, ist ihr der Zusammenhalt der Gruppe wichtig. Dieser Zusammenhalt bietet Schutz und Wärme, keiner fühlt sich einsam. Die Schafe kennen keine Sorgen, nur das Sein. So vollkommen. So unendlich friedvoll. Es ist als bewegen sie sich in einem Energiefeld, von dem sie Teil sind und dass sie bewusst und ganz selbstverständlich wahrnehmen. Alles ist Energie. Bei jedem Schritt, den sie machen, wabert dieses Energiefeld, dehnt sich und lädt sich durch die Bewegung auf. Alles fließt. 

 

Wovor fürchtest Du Dich?

Als sie noch in der großen Herde auf der großen Wiese war, fehlten immer mal wieder Schafe. Manchmal nahmen Menschen mit einem Anhänger Schafe mit und brachten sie fort. Sie wusste nicht warum. Sie wusste nicht, ob sie auch mal dran sein würde und wohin sie dann käme. Dieses große Unbekannte machte ihr Angst und nahm ihr die Sorglosigkeit. Das Schaf hat keinerlei Vorstellung davon, wozu Menschen fähig sein können, vom Schlachten oder dass es Menschen gibt, die Lämmer essen. Wir haben sie nicht darauf angesprochen, es aber in ihrer ganzen Arglosigkeit und ihrem Vertrauen gemerkt.

 

Hast du eine Botschaft für uns Menschen?

Die meisten Menschen, die ich gesehen habe, rennen durchs Leben mit halb geschlossenen Augen und eingeschlafenen Sinnen. Immer habt ihr etwas zu tun, hetzt von einem zum anderen. Wir Schafe sind auch sehr viel beschäftigt, mit fressen, aber das ist Teil unseres Seins und wir ruhen auch immer wieder genügend. Ihr ruht nicht genügend und vieles von eurem Tun erscheint nicht als Teil eures Seins. Haltet inne und spürt das große Ganze, findet Ruhe und Harmonie. Es gibt viel mehr zu sehen als nur das Offensichtliche. Seht euch doch mal um, erhebt den Kopf und staunt. Seht nachts hinauf zu den Sternen. Genießt den Sonnenschein. Geht hinaus auf die Wiesen und seid einfach in der Natur. Es gibt nichts schöneres. Ihr müsst euch sicher und tief verbunden mit der Erde fühlen, dann könnt ihr euch öffnen. Vertrauen ist das Grundlegendste.

Wenn ihr Vertrauen habt, habt ihr die Möglichkeit, mit dem Leben zu gehen und nicht dagegen anzurennen. Vertrauen habt ihr tief in euch drin und Vertrauen gibt euch auch eure Herde und Familie.